Szenarien statt Renditeversprechen

Frühstartrente-Rechner: 10 Euro bis 18 und Szenarien bis 65

Der Frühstartrente-Rechner modelliert die geplanten 10 Euro pro Monat bis 18 und eine mögliche Wertentwicklung bis 65. Mit Formel, Kosten-, Rendite- und Inflationsannahmen – klar als Szenario zum BMF-Entwurf, nicht als gesetzlicher Anspruch.

Dunkelblau-goldene FinanzWeitblick-Rechneransicht mit Sparraten, Wachstumskurve und klar gekennzeichneten Frühstart-Szenarien

Der Frühstartrente-Rechner modelliert die geplanten 10 Euro pro Monat bis 18 und eine mögliche Wertentwicklung bis 65. Mit Formel, Kosten-, Rendite- und Inflationsannahmen – klar als Szenario zum BMF-Entwurf, nicht als gesetzlicher Anspruch.

Förder- und Sparszenario

Frühstart-Rente bis 18 und 65 modellieren

Kombinieren Sie die im Gesetzentwurf vorgesehene Förderung von 10 Euro monatlich mit einer privaten Sparrate und einer optionalen Fortführung ab 18.

Förderbeiträge bis 18
Private Einzahlungen gesamt
Modellwert mit 18
Modellwert nach weiterer Laufzeit

Ändern Sie die Werte und berechnen Sie Ihr Szenario.

Was ein Frühstartrente-Rechner leisten kann – und was nicht

Ein Frühstartrente-Rechner übersetzt Annahmen in nachvollziehbare Szenarien. Er kann zeigen, wie viele staatliche Monatsbeträge in einem gewählten Zeitraum zusammenkommen, wie zusätzliche private Sparraten wirken und wie stark Kosten sowie Rendite den langfristigen Endwert verändern. Er kann nicht feststellen, ob ein Kind nach künftigem Recht anspruchsberechtigt sein wird. Stand 29. Juli 2026 liegt nur ein Referentenentwurf des BMF vor. Der vorgeschlagene Programmstart, Geburtsjahrgänge, Fördermonate, Produktregeln und steuerliche Behandlung können sich vor einer Verkündung ändern.

Jedes Ergebnis ist deshalb mit dem Satz zu lesen: Wenn die eingegebenen Beiträge fließen und wenn die unterstellte Nettorendite in dieser vereinfachten Form erreicht wird, ergibt sich rechnerisch dieser Wert. Reale Kapitalmärkte liefern keine gleichmäßige Jahresrendite. Sie schwanken, und die Reihenfolge guter und schlechter Jahre beeinflusst den Verlauf. Ein Rechner ist besonders nützlich, wenn er Annahmen offenlegt, mehrere Ergebnisse nebeneinanderstellt und keine Nachkommastellen als Scheingenauigkeit verkauft. Er unterstützt Finanzbildung, ersetzt aber weder Produktinformationen noch Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung.

Diese Eingaben braucht ein transparenter Rechner

Die erste Eingabe ist der Beginn der Förderung. Der BMF-Entwurf startet zeitlich mit dem Geburtsjahrgang 2020 und sieht 10 Euro je anspruchsberechtigtem Monat ab dem sechsten bis vor dem 18. Geburtstag vor. Ein pauschales Modell kann zwölf Jahre beziehungsweise 144 Monatsbeiträge annehmen. Für ein konkretes Kind sollten Beginn, Geburtstag, Wohnsitzmonate und Übergangsrecht separat abgebildet werden. Solange kein endgültiges Gesetz vorliegt, ist die Auswahl „volle zwölf Jahre“ nur eine technische Annahme und kein bestätigter Zahlungsplan der Verwaltung.

Weitere Eingaben sind staatlicher Monatsbetrag, private Monats- oder Einmalbeiträge, Beginn und Ende privater Zahlungen, angenommene Bruttorendite, laufende Gesamtkosten, gegebenenfalls Transaktionskosten und das Alter am Berechnungsende. Aus Bruttorendite und Kosten wird eine vereinfachte Nettorendite. Für Kaufkraftvergleiche kommt eine Inflationsannahme hinzu. Sinnvoll sind getrennte Felder für Frühstartguthaben und frei verfügbares Familiensparen, weil beide unterschiedliche Zwecke haben. Steuerannahmen gehören in einen eigenen Hinweis, da der Entwurf eine nachgelagerte Besteuerung plant und künftige persönliche Steuersätze heute unbekannt sind.

Empfohlene Rechner-Eingaben und ihre Bedeutung
EingabeBeispielWarum sie wichtig ist
Staatlicher Monatsbetrag10 EuroBetrag des BMF-Entwurfs, noch kein geltender Anspruch
Fördermonate144 MonateMaximalmodell von sechs bis vor 18; tatsächliche Monate können abweichen
Private Sparrate25, 50 oder 100 EuroSepariert freiwillige Familienbeiträge vom staatlichen Anteil
Bruttorendite3, 5 oder 7 ProzentReine Szenarioannahme, keine Prognose
Laufende Kostenzum Beispiel 0,5 bis 1 ProzentMindern den Zinseszinseffekt über Jahrzehnte
Inflationzum Beispiel 2 ProzentÜbersetzt Nominalwerte näherungsweise in heutige Kaufkraft

Formel, Zahlungszeitpunkt und Nettorendite verständlich erklärt

Bei gleichbleibender Monatsrate verwendet ein Rechner üblicherweise die Formel für den Endwert einer Rentenzahlung. Dazu wird die angenommene jährliche Nettorendite in eine monatliche Rate umgerechnet, jeder Beitrag bis zum Stichtag aufgezinst und alles addiert. Bei Zahlungen am Monatsende wächst der erste Beitrag am längsten, der letzte am kürzesten. Für die anschließende Phase ohne neue Beiträge wird der Wert mit der Nettorendite bis zum Zielalter fortgeschrieben. Bei null Prozent Rendite entspricht der Wert schlicht der Summe aller Einzahlungen.

Die Nettorendite sollte nicht willkürlich mit „Marktrendite minus Fondsgebühr“ gleichgesetzt werden. Je nach Produkt können Depot-, Verwaltungs-, Transaktions- und weitere Vertragskosten hinzukommen. Der BMF-Entwurf verweist für das Standardprodukt auf einen Effektivkostendeckel von einem Prozent, doch der endgültige Kostenausweis ist abzuwarten. Ein robustes Modell rechnet deshalb direkt mit mehreren Nettorenditen nach allen angenommenen Kosten. Wer beispielsweise fünf Prozent brutto und ein Prozent Gesamtkosten unterstellt, verwendet vereinfacht vier Prozent netto; eine exakte Kostenwirkung kann je nach Erhebungszeitpunkt abweichen.

Beispiel: 10 Euro monatlich für zwölf Jahre und Wachstum bis 65

Das folgende Rechenbeispiel nimmt 144 Einzahlungen zu je 10 Euro am Monatsende an. Bis zum 18. Geburtstag fließen damit insgesamt 1.440 Euro. Danach werden keine weiteren Beiträge geleistet; das vorhandene Kapital bleibt bis 65 investiert. Die ausgewiesene Rendite ist eine konstante jährliche Nettorendite nach allen modellierten Kosten. Steuern in der Ansparphase werden entsprechend der Entwurfslogik nicht abgezogen. Die Werte sind gerundet und dienen nur dazu, die Größenordnung des Zinseszinseffekts zu zeigen. Sie sind weder Anbieterprognose noch Mindestleistung.

Bei null Prozent bleibt das Guthaben bei 1.440 Euro. Mit höherer angenommener Rendite wächst der Unterschied bis 65 stark, weil nach der Beitragsphase weitere 47 Jahre wirken. Genau dieser Hebel macht kleine Änderungen der Annahme so folgenreich. Eine Rendite von sieben Prozent ist nicht einfach „zwei Punkte besser“ als fünf Prozent, sondern führt über Jahrzehnte zu einem deutlich höheren Modellwert. Umgekehrt drücken Kosten, schwächere Märkte oder längere Verlustphasen das Ergebnis. Eine einzelne Hochrechnung sollte daher nie allein als Entscheidungsgrundlage dienen.

Illustratives Modell: 10 Euro monatlich über 144 Monate, anschließend ohne weitere Beiträge bis 65
Konstante NettorenditeWert mit 18, gerundetWert mit 65, gerundetEinordnung
0 % pro Jahr1.440 Euro1.440 EuroNur Summe der Einzahlungen, keine Wertentwicklung
3 % pro Jahrrund 1.731 Eurorund 7.077 EuroModerates Szenario, nicht garantiert
5 % pro Jahrrund 1.968 Eurorund 20.531 EuroDeutlicher Zinseszinseffekt über lange Zeit
7 % pro Jahrrund 2.247 Eurorund 59.741 EuroOptimistisches Langfristszenario mit hohen Schwankungsrisiken

Staatliche und private Beiträge getrennt berechnen

Der staatliche Betrag von 10 Euro ist nach dem Entwurf nicht die einzige mögliche Einzahlung. Private Beiträge sollen bis zu einer jährlichen Vertragsgrenze von insgesamt 6.840 Euro zulässig sein. Für eine saubere Auswertung werden staatliche und private Zahlungsströme getrennt erfasst. So bleibt sichtbar, wie viel Kapital aus dem geplanten Programm, wie viel aus Familienmitteln und wie viel aus Wertentwicklung stammt. Andernfalls kann eine hohe Endsumme fälschlich wie Wirkung der Förderung aussehen, obwohl der größte Teil aus privaten Beiträgen kommt.

Private Beiträge sollten nur aus Geld erfolgen, das zum langfristigen Altersvorsorgezweck passt. Ein Betrag für Ausbildung, Studium, Führerschein oder erste Wohnung braucht voraussichtlich frühere Verfügbarkeit und gehört nicht ohne Weiteres in ein bis 65 gebundenes Modell. Der Rechner kann deshalb zwei Spalten zeigen: Frühstart-Vertrag für Altersvorsorge und separates Juniordepot oder Tagesgeld für frühere Ziele. Bei Großelternzahlungen sind Eigentum, Widmung und steuerliche Behandlung zu dokumentieren. Die vorgeschlagene Höchstgrenze ist keine Empfehlung und schafft für die einzahlende Person nicht automatisch einen Sonderausgabenabzug.

Illustrative Privatspar-Szenarien: 10 Euro Förderung plus private Monatsrate, 144 Monate und 5 Prozent konstante Nettorendite
Private MonatsrateFörderbeiträgePrivate Beiträge bis 18Modellwert mit 18Modellwert mit 65 ohne weitere Beiträge
25 Euro1.440 Euro3.600 Eurorund 6.887 Eurorund 71.860 Euro
50 Euro1.440 Euro7.200 Eurorund 11.806 Eurorund 123.188 Euro
100 Euro1.440 Euro14.400 Eurorund 21.644 Eurorund 225.844 Euro

Nominalwert und heutige Kaufkraft auseinanderhalten

Ein Endwert von 20.000 Euro in mehreren Jahrzehnten hat nicht dieselbe Kaufkraft wie 20.000 Euro heute. Die Inflation verteuert Waren und Dienstleistungen im Durchschnitt, auch wenn einzelne Preise anders verlaufen. Ein Rechner sollte deshalb neben dem nominalen Betrag einen realen Wert in heutiger Kaufkraft zeigen. Vereinfacht wird der künftige Nominalwert durch den über die Jahre aufgelaufenen Inflationsfaktor geteilt. Bei zwei Prozent jährlicher Inflation halbiert sich die Kaufkraft näherungsweise innerhalb von rund 35 Jahren. Das ist eine Modellannahme, keine Inflationsprognose.

Wichtig ist die konsistente Rechnung: Entweder werden nominale Rendite und Inflation getrennt ausgewiesen oder direkt eine reale Rendite nach Inflation verwendet. Beides gleichzeitig abzuziehen würde die Kaufkraftminderung doppelt berücksichtigen. Auch eine reale Rendite bleibt unsicher. Steuern werden im Entwurf erst bei späteren Leistungen relevant und können den verfügbaren Nettobetrag zusätzlich verändern. Deshalb sollte der Rechner drei Ebenen zeigen: Depotwert vor späterer Steuer, inflationsbereinigte heutige Kaufkraft und einen Hinweis, dass die tatsächliche Auszahlung von künftigem Steuerrecht sowie persönlicher Situation abhängt.

Risikoszenarien statt gerader Renditelinie verwenden

Die konstante Rendite ist mathematisch bequem, aber der Kapitalmarkt verläuft nicht gerade. Ein besserer Belastungstest kombiniert mindestens ein vorsichtiges, ein mittleres und ein optimistisches Szenario. Zusätzlich kann ein früher Kurseinbruch, eine lange schwache Phase oder ein Rückgang kurz vor dem Zielalter simuliert werden. Bei gleichbleibenden Beiträgen kaufen niedrige Kurse mehr Anteile; nach Ende der Beitragsphase fehlt dieser Ausgleich. Weil die Frühstartrente bis mindestens 65 laufen soll, bleibt dennoch Zeit, aber auch über lange Zeiträume ist ein positiver Endwert oberhalb der Beiträge nicht garantiert.

Für einen Produktvergleich müssen dieselben Renditepfade, Kosten, Zahlungszeitpunkte und Laufzeiten gelten. Ein Anbieterbeispiel mit sieben Prozent brutto darf nicht mit einem Alternativprodukt bei vier Prozent netto verglichen werden. Ebenso problematisch ist eine historische Indexrendite ohne Fonds- und Vertragskosten. Die BaFin betont, dass ETFs trotz breiter Streuung Risiken besitzen. Anlegerinnen und Anleger tragen Marktverluste; eine Zertifizierung oder staatliche Zahlung wäre keine Renditegarantie. Der Rechner sollte deshalb Ergebnisse als Bandbreite, nicht als persönlichen Rentenanspruch oder sichere Altersleistung formulieren.

Ergebnisse prüfen und in eine Familienentscheidung übersetzen

Vor dem Speichern eines Ergebnisses wird eine kurze Annahmenliste angelegt: Datenstand, Alter des Kindes, Zahl der Fördermonate, private Beiträge, Nettorendite, Kosten, Inflation, Zielalter und steuerliche Behandlung. Danach wird geprüft, ob alle Werte zum selben Szenario gehören und ob die Summe der Einzahlungen separat ausgewiesen ist. Große Unterschiede zwischen Szenarien sind kein Rechenfehler, sondern Folge der langen Laufzeit. Scheingenauigkeit wird vermieden, indem langfristige Beträge sinnvoll gerundet und nicht mit Centbeträgen präsentiert werden.

Die Entscheidung beginnt nicht mit dem höchsten Endwert, sondern mit dem Zweck des Geldes. Altersvorsorge kann sehr langfristig investiert werden; Ausbildungs- und Startkapital braucht andere Regeln. Familien können den Rechner nutzen, um dem Kind Beiträge, Wertentwicklung, Kosten und Kaufkraft zu erklären. Sobald ein endgültiges Frühstartrentengesetz und konkrete Produkte vorliegen, werden Eingaben aktualisiert. Bis dahin bleibt jedes Ergebnis vorläufig. Für eine bereits heute mögliche, frei konfigurierbare Sparplanrechnung steht der bestehende ETF-Sparplan-Rechner zur Verfügung; dessen Ergebnis ist ebenfalls keine Renditegarantie.

Häufige Fragen

Wie viel zahlt der Staat nach dem Frühstartrenten-Entwurf ein?

Vorgesehen sind 10 Euro je anspruchsberechtigtem Monat. Bei modellhaft zwölf vollen Jahren wären das 1.440 Euro Einzahlungen. Die tatsächlichen Fördermonate hängen vom endgültigen Gesetz, Geburtstag, Startjahr und den Anspruchsvoraussetzungen ab.

Welche Rendite sollte ich im Rechner annehmen?

Nutzen Sie mehrere Nettorenditen nach angenommenen Gesamtkosten, beispielsweise ein vorsichtiges, mittleres und optimistisches Szenario. Keine davon ist eine Prognose. Zusätzlich sollte ein Null- oder Stressszenario sichtbar bleiben.

Warum zeigt der Rechner Werte bis 65?

Der BMF-Entwurf bindet das geförderte Vermögen grundsätzlich bis mindestens zur Vollendung des 65. Lebensjahres. Deshalb trennt das Modell die Beitragsphase bis 18 von der anschließenden langen Wachstumsphase.

Sind die Rechnerwerte bereits steuerbereinigt?

Nein. Die Beispielwerte zeigen Depotwerte vor der späteren persönlichen Besteuerung. Der Entwurf plant steuerfreie beziehungsweise aufgeschobene Erträge in der Ansparphase und eine nachgelagerte Besteuerung der Auszahlungen. Künftige Steuersätze sind unbekannt.

Kann ich private Einzahlungen mitrechnen?

Ja, sie sollten aber separat vom staatlichen Betrag ausgewiesen werden. Der Entwurf erlaubt bis zu 6.840 Euro private Einzahlungen pro Kalenderjahr. Für kurzfristigere Kinderziele kann ein getrennt verfügbares Sparprodukt geeigneter sein.

Ist ein berechneter Endwert garantiert?

Nein. Beiträge, Kosten, Kursverlauf, Inflation, Gesetz und Steuerrecht können abweichen. Der Rechner liefert Szenarien zur Finanzbildung und keine garantierte Leistung, Anbieterzusage oder individuelle Anlageempfehlung.

Quellen und weiterführende Informationen

Aussagen mit Zeitbezug sollten Sie anhand der verlinkten Originalquellen auf ihren aktuellen Stand prüfen.

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