Ein methodischer Rahmen für die FinanzWeitblick-Depotentwicklung: Kennzahl, Zeitraum, Zahlungsströme, Benchmark, Kosten und Datenstand nachvollziehbar trennen.
Depot-Performance transparent und reproduzierbar darstellen: Welche Rendite wird gezeigt?
Die zeitgewichtete Rendite verknüpft Teilperioden zwischen externen Zahlungsströmen. Dadurch misst sie eher die Entwicklung der Anlagestrategie als den persönlichen Erfolg des eingezahlten Kapitals.
Die geldgewichtete Rendite beantwortet eine andere Frage und berücksichtigt Zeitpunkt sowie Höhe individueller Zahlungen. Beide Kennzahlen können deutlich voneinander abweichen.
Verwenden Sie für jede veröffentlichte Kennzahl eine kurze Rechenbeschreibung mit Beispiel. Zeigen Sie, wann eine Teilperiode endet, wie Einzahlungen zugeordnet werden und ob Ausschüttungen reinvestiert oder als Cash geführt werden. Bei der geldgewichteten Sicht sollten Sie erklären, weshalb frühe und späte Zahlungen unterschiedlich wirken. So können Leser erkennen, ob zwei Prozentangaben tatsächlich dieselbe Frage beantworten oder nur ähnlich bezeichnet sind.
Transparenz vor Ergebnis
Jede Darstellung nennt Start- und Enddatum, Datenquelle, Bewertungszeitpunkt, Kosten, Steuern, Ausschüttungen und die Behandlung von Bargeld. Screenshots allein reichen für eine Reproduktion nicht aus.
Veröffentlichte Prozentwerte sind als historische Selbstauskunft zu verstehen, solange Berechnung und Datenbasis nicht unabhängig testiert wurden.
Ein belastbarer Datenpfad führt von der Depotabrechnung über bereinigte Transaktionen bis zur veröffentlichten Zahl. Änderungen an Importen, Kursquellen oder Zuordnungen sollten versioniert werden. Führen Sie Plausibilitätskontrollen für fehlende Buchungen, doppelte Dividenden, Währungsumrechnung und negative Cashbestände durch. Eine nachträgliche Korrektur ist kein Problem, wenn Datum, Ursache und Auswirkung sichtbar bleiben; unkommentierte Überschreibungen schwächen dagegen die Nachvollziehbarkeit.
Benchmark und Grenzen
Eine Benchmark muss zur tatsächlichen Risikostruktur, Währung und Anlageklasse passen. Der Vergleich mit einem beliebigen Aktienindex kann bei abweichender Allokation irreführen.
Zeigen Sie nach Möglichkeit auch Schwankung, maximale Verlustphase und Allokation. Eine hohe Rendite ohne Risikokontext ist keine belastbare Entscheidungsgrundlage.
Vergleichen Sie nicht nur Endwerte. Prüfen Sie, ob Benchmark und Depot während des gesamten Zeitraums ähnliche Aktienquote, Zinsrisiken und Währungsexponierung hatten. Ergänzen Sie rollierende Zeiträume und Verlustphasen, damit ein günstiger Start- oder Endpunkt nicht das Bild bestimmt. Wenn sich die Strategie wesentlich verändert hat, sollte die Darstellung Teilperioden ausweisen statt eine durchgehende Historie mit unverändertem Profil zu suggerieren.
Reproduzierbare Monatsroutine
Eine feste Monatsroutine beginnt mit dem vollständigen Import aller Kontobewegungen und endet mit einem eingefrorenen Datenstand. Dazwischen werden Bestände gegen Abrechnungen geprüft, externe Zahlungsströme markiert, Kurse und Wechselkurse dokumentiert sowie Kosten kontrolliert. Erst nach diesen Schritten wird die Rendite berechnet. Ein Kontrollblatt mit Summe der Einzahlungen, aktuellem Vermögen und rechnerischem Ergebnis hilft, grobe Abweichungen früh zu erkennen.
Veröffentlichen Sie neben der Zahl ein kurzes Änderungsprotokoll: Was wurde seit dem letzten Stand ergänzt oder korrigiert, welche Daten sind vorläufig und welche Positionen lassen sich nur eingeschränkt bewerten? Diese Hinweise sind wichtiger als eine scheinbar punktgenaue Prozentangabe. Das Ziel ist keine möglichst eindrucksvolle Kurve, sondern eine Darstellung, die eine andere sachkundige Person mit denselben Ausgangsdaten nachvollziehen könnte.
Häufige Fragen
Was bedeutet TTWROR?
Sie misst die verkettete Wertentwicklung von Teilperioden und reduziert den Einfluss externer Ein- und Auszahlungen.
Ist die veröffentlichte Rendite geprüft?
Die Werte sind nicht extern testiert. Berechnung, Datenbasis und Belege werden deshalb vollständig offengelegt und als historische Selbstauskunft gekennzeichnet.
Kann ich dieselbe Rendite erwarten?
Nein. Portfolio, Kaufzeitpunkte, Kosten und Marktverlauf unterscheiden sich; vergangene Ergebnisse sind keine Prognose.
Wie gehe ich mit Datenkorrekturen um?
Korrigieren Sie den Fehler, bewahren Sie aber alten Stand, Datum, Ursache und Auswirkung auf. So bleibt erkennbar, weshalb sich eine bereits veröffentlichte Zahl verändert hat.
Warum reichen Endwert und Einzahlungssumme nicht?
Zwischenzeitliche Ein- und Auszahlungen, Ausschüttungen, Kosten und deren Zeitpunkte beeinflussen das Ergebnis. Ohne diese Daten lässt sich die Wertentwicklung nicht eindeutig berechnen.
Quellen und weiterführende Informationen
Aussagen mit Zeitbezug sollten Sie anhand der verlinkten Originalquellen auf ihren aktuellen Stand prüfen.
